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Geplante Moschee ist keine Zentralmoschee für
alle Kölner Muslime
Geplante Moschee ist keine Zentralmoschee für alle Kölner Muslime

11.11.07 "In Köln gibt es 100.000 Muslime, die eine repräsentative Moschee brauchen." Mit diesem Satz wird immer wieder für den Moscheebau geworben. Dabei repräsentiert die geplante Moschee keineswegs alle Kölner Muslime, sondern nur die türkischen Muslime, die durch die Ditib vertreten werden. Der geplante Neubau hat nichts mehr mit der Kölner Zentralmoschee zu tun, die 2001 von Kölner Stadtrat befürwortet wurde.

Moschee ist ein Ditib-Projekt

Die geplante Moschee ist ausschließlich ein Projekt der Ditib. Die Ditib ist die deutsche Organisation des Diyanet, des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten. Diyanet und Ditib vertreten den sunnitisch geprägten türkischen Staats-Islam. Das wird zum Beispiel daran deutlich, dass alle Imame, die in den Ditib-Moscheen vorbeten, vom türkischen Staat entsendet und bezahlt werden. Der Text der Freitagspredigten wird zentral vom Diyanet verfasst. In den Moscheen wird in türkischer Sprache und vor der türkischen Flagge gebetet. Vorsitzender der Ditib ist der türkische Botschaftsrat Sadi Arslan.

Dass die geplante Moschee ein reines Ditib-Projekt ist, zeigt sich unter anderem hierin:

Die geplante Moschee repräsentiert damit weder Muslime anderer Nationalitäten, noch türkische Muslime, die nicht zur Ditib gehören.

Muslime anderer Nationalitäten

Neben den türkischen Muslimen gibt es Köln noch nordafrikanische, arabische, bosnische und pakistanische Muslime, um nur einige zu nennen. Die bosnischen Muslime werden zum Beispiel durch die Bosnische Islamische Kulturgemeinschaft auf der Vogelsanger Straße repräsentiert; der Zentralrat der Muslime vertritt überwiegend arabische Muslime.

Aleviten

Unter den TürkInnen gibt es die große Gemeinschaft der Aleviten. Sie hat in Deutschland ungefähr 500.000 Mitglieder. Die Aleviten vertreten einen sehr toleranten, weltoffenen Islam, der schiitisch geprägt ist. Sie grenzen sich stark vom sunnitischen Islam, wie er in der Türkei üblich ist, ab und verfügen über eigenen Gebetsräume.

Milli Görüs

Eine weitere mitgliederstarke Gruppe, die eigene Wege geht, ist Milli Görüs. Sie vertritt laut Verfassungschutz ein geschlossenes islamistisches Weltbild und verfolgt eine eigene Verbandspolitik.

Das Konzept der Zentralmoschee von 2001

Die von der Ditib geplante Moschee hat mit dem Konzept einer Kölner Zentralmoschee, das mit Zustimmung fast aller politischen Parteien 2001 in die Wege geleitet wurde, nichts mehr zu tun.

Im Juli 2001 beauftragte der Kölner Stadtrat die Stadtverwaltung, innerhalb von sechs Monaten geeignete Grundstücke zum Bau einer repräsentativen Moschee zu benennen. Ausschlaggebend war die Überlegung, den 100 000 Muslimen, die in Köln leben, die Möglichkeit zu geben, eine repräsentative Moschee zu bauen und sich einen architektonischen Bezugspunkt im Stadtbild zu schaffen. Die vorbereitende Planung sollte von einem Trägerverein durchgeführt werden, in dem die in Köln bestehenden muslimischen Gemeinschaften vertreten waren.

Im Herbst 2002 wurde ein Trägerverein "Zentralmoschee" gegründet, in dem verschiedene muslimische Vereine mit arbeiteten. Dieser Verein begann mit Planungen für ein großes, sehr modernes Zentrum ohne Kuppel und Minarette. Als Architektin war die Londoner Architektin Zarah Hadid im Gespräch. Diese Planungen wurden allerdings nicht zu Ende geführt, weil die Ditib sehr schnell wieder aus dem Projekt ausstieg.

Die Ditib begann daraufhin mit eigenen Planungen für den Moscheebau auf ihrem Grundstück an der Venloer Straße.

Änderung des Bebauungsplans nicht gerechtfertigt

Beim Moschee-Neubau handelt es sich nicht um eine repräsentative Zentral-Moschee für alle Kölner Muslime. Die geplante Moschee ist viel mehr ein rein türkisches Projekt unter Federführung der Ditib. Ein solches Projekt rechtfertigt nicht die geplante Änderung des Bebauungsplans.

Erstellt am 11.11.07