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Moschee in Köln-EhrenfeldInformation, Meinung, Kritik zum geplanten Neubau Information, Meinung, Kritik zum geplanten Neubau
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Das PlanänderungsverfahrenStandpunkt: Moschee ja - aber kleinerReligionsfreiheit ist kein Argument
für MoscheebauGeplante Moschee ist keine Zentralmoschee für
alle Kölner MuslimeGeplante Moschee ist keine Zentralmoschee für alle Kölner MuslimeUser imodius: Änderung des Bebauungsplans verstößt gegen Bauplanungsrecht"Der Moscheestreit" als Buch
Kiepenheuer & Witsch, Februar 2008Stadt verlangt 149 Stellplätze (10.04.08)
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Standpunkt: Moschee ja - aber kleiner
21.11.07 Der Neubau der Moschee sollte in kleinerem Maßstab als Stadtteil-Moschee erfolgen. Die zur Zeit zulässige Gebäudehöhe von vier Stockwerken sollte im wesentlichen eingehalten werden. Der Bebauungsplan sollte nur in der Weise geändert werden, dass auf dem gesamten Grundstück viergeschossig gebaut werden darf.
Moschee-Gelände zur Zeit und geplante Änderungen
Die Ehrenfelder Muslime haben selbstverständlich ein Recht auf angemessene Gebetsräume. Gegen einen Aus- oder Neubau der Moschee als Stadtteil-Moschee ist überhaupt nichts einzuwenden.
Für eine repräsentative Großmoschee ist jedoch die Lage direkt am Eingang zum Stadtteil Ehrenfeld aus verschiedenen Gründen nicht geeignet.
Geplante Moschee ist zu dominant
Die 34 Meter hohe Moschee ist ein mächtiges und in seiner Form auch sehr prägnantes Bauwerk. Hinzu kommen die 55 Meter hohen Minarette und die zur Venloer Straße geöffnete Freitreppe.
Hohe Gebäude, Türme und Freitreppen sind typische Machtsymbole, die über Jahrhunderte bewusst als solche eingesetzt wurden. Als solche wirken sie auch heute noch auf den Betrachter ein, selbst wenn diese Dominanz-Wirkung unter Umständen gar nicht beabsichtigt ist.
"Diese Architektur ist schon sehr triumphierend angelegt. Man könnte sie sich auch anders vorstellen."
Präses Nikolaus Schneider im Kölner Stadtanzeiger
vom 30.08.07
Für die EhrenfelderInnen ist die Venloer Straße der Hauptzugang zur Innenstadt, vor allem aber zum Grüngürtel, dem "Vorgarten" Ehrenfelds. Da Ehrenfeld ein quirliger Stadtteil ist, in dem sich das soziale Leben vor allem bei schönem Wetter gerne draußen abspielt, sind eigentlich ständig Fußgänger und Fahrradfahrer von und zum Grüngürtel unterwegs. Diese müssen jedes Mal, wenn sie einen Spaziergang auf dem Grüngürtel machen oder in die Innenstadt möchten, an diesem sehr dominanten Symbol des Islam vorbei gehen oder fahren. Das gleiche gilt für die Bewohner der weiter westlich liegenden Stadtteile. Dies dient nicht der Verständigung, sondern weckt Widerstände.
Blickwinkel der Einwohner
Im Entwurf des Architekturbüros Böhm wird die Moschee vor den Hochbauten auf der gegenüberliegenden Seite der Inneren Kanalstraße gezeigt. Vor dieser Kulisse reduziert sich natürlich die Größe. Das ist aber nicht der Blickwinkel, aus dem die EinwohnerInnen von Ehrenfeld den Moschee-Komplex sehen. Die EhrenfelderInnen werden die Moschee von der Venloer Straße aus sehen, und zwar von der Straßenebene aus. Von diesem Standpunkt aus wirkt ein 34 Meter hohes Bauwerk dominant, zumal die Venloer Straße relativ schmal ist.
Stadteingang sollte das Viertel repräsentieren
Das Grundstück der Ditib liegt unmittelbar am Eingang zum Stadtteil Ehrenfeld. Gebäude, die am Eingang von Stadtteilen stehen, haben so etwas wie "Stadttorcharacter". Sie sollten die Struktur des Viertels widerspiegeln.
In Ehrenfeld gibt es viele Gruppen und Personen mit unterschiedlichem ethnischen und religiösem Hintergrund sowie verschiedene kulturelle und politische Szenen. Die türkisch-islamische Community ist ein Teil dieses vielfältigen Stadtteil-Lebens. Sie stellt nicht die Bevölkerungsmehrheit im Viertel.
Eine gute Beschreibung von Ehrenfeld gibt es bei Wikipedia
Der CDU-Ortsverband Ehrenfeld argumentiert hier wie folgt:
"Hier befinden wir uns an einem „Eingangstor“ Köln-Ehrenfelds. Dabei müssen Überlegungen angestellt werden, ob durch den Bau einer Moschee in der geplanten Form die Mehrheit der Bevölkerung sich in ihrer christlich-abendländischen Kultur nicht mehr wiederfindet.
Das Leitbild Köln 2020 sieht an den sog. Entrees der Kölner Stadtbezirke einen architektonischen Stadttorcharakter vor, was wir auch an dieser Stelle für wünschenswert halten. Die geplante Baudimension überfrachtet das Eingangsbild nach Ehrenfeld und ist nicht charakteristisch für diesen Stadtteil."
Stellungname des CDU-Ortsverbandes Köln-Ehrenfeld
Bildung eines türkischen Viertels
Der Ausbau der Moschee in der geplanten Größe wird dazu führen, daß im unteren Bereich der Venloer Straße noch mehr islamische, im wesentlichen türkische, Infrastruktur mit dem dazugehörenden Straßenleben entsteht. Dieser Bereich wird damit praktisch ein türkisches Viertel.
Das wäre in Ordnung, wenn es sich nicht um die Hauptgeschäftsstraße von Ehrenfeld und die Verbindung zur Innenstadt handeln würde. So fürchten die ortsansässigen Gewerbebetriebe zu Recht, verdrängt zu werden. Für die nichtmuslimischen EhrenfelderInnen ist es nicht angenehm, jedesmal durch "türkisches Gebiet" gehen oder fahren zu müssen, wenn sie in die Innenstadt oder auf den Grüngürtel möchten.
Natürlich gibt es bereits jetzt türkische Geschäfte und Imbisse auf der Venloer Straße. Das ist auch gut so - sie tragen dazu bei, dass Ehrenfeld lebendig und vielfältig ist. Durch die Vergrößerung der Moschee wird sich diese Tendenz aber noch verstärken. Ein zu starkes Übergewicht einer Einwohnergruppe direkt an der Hauptgeschäftsstraße eines gemischten Viertels wie Ehrenfeld führt zu sozialem Unfrieden.
Keine einseitigen Bevölkerungsstrukturen
Professor Dr. Paul Stelkens schreibt dazu im Kölner Stadtanzeiger vom 27.08.07:
"Hierbei verlangt z.B. das Bauplanungsrecht (§ 1 Abs. 6 BauGB), dass die Schaffung und Entwicklung stabiler Bevölkerungsstrukturen und gewerbliche Auswirkungen auf den Ortsteil zu berücksichtigen sind und einseitige Bevölkerungsstrukturen verhindert werden sollen.
Der Stadtrat wird mithin nicht nur aus integrationspolitischen, sondern auch aus baurechtlichen Gründen die Frage prüfen müssen, ob eine Moschee mit dem dort konkret geplanten weit reichenden Versorgungsangebot u.U. im Zusammenhang mit einer bereits vorhandenen Geschäftsstruktur in der Nachbarschaft u.a. zu einer einseitigen Ansiedlung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe führen kann."
Schweigen auf rechtlichem Neuland, Kölner Stadtanzeiger
vom 27.08.07
Grundstücke mit Bezug zur Moschee
Die Bildung eines türkischen Viertels wird dadurch begünstigt, dass der Ditib bereits das Grundstück Subbelrather Str. 17 gehört. Das ist das ehemalige Philipps-Areal. Die Ditib betreibt dort unter anderem einen Bestattungsdienst. Zwischen der Moschee und diesem Grundstück liegen nur noch die städtischen Sportplätze.
Zu berücksichtigen ist auch der Bem-Markt, der von der Moschee aus gesehen direkt hinter der Tankstelle liegt. Er gehört zwar nicht der Ditib. Als türkischer Groß-Supermarkt wird er aber mit dem geplanten Moschee-Zentrum, zu dem auch Einzelhandel gehört, in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen.
Die Ditib hat bereits Verhandlungen über das Obi-Grundstück an der Venloer Straße geführt. Dieses Grundstück liegt der Moschee schräg gegenüber. Der Pachtvertrag läuft im nächsten Jahr aus. Diese Verhandlungen scheinen zwar erfolglos geblieben zu sein, aber ein Interesse der Ditib war schon einmal da.
Modelle mit kleineren Minaretten
Kölner Stadtanzeiger vom 13.07.07
Moschee-Neubau repräsentiert nicht die in Köln
lebenden Muslime
Die Größe der geplanten Moschee wird oft damit begründet, dass es in Köln 100.000 Muslime gibt, die eine repräsentative Moschee brauchen. Dabei repräsentiert die geplante Moschee keineswegs alle Kölner Muslime, sondern nur die türkischen Muslime, die durch die Ditib vertreten werden. Der geplante Neubau hat nichts mehr mit der Kölner Zentralmoschee zu tun, die 2001 von Kölner Stadtrat befürwortet wurde. Mehr dazu:
Geplante Moschee ist keine Zentralmoschee für
alle Kölner Muslime
Siehe auch:
Religionsfreiheit ist kein Argument für Moscheebau
Erstellt am 28.05.07, geändert am 21.11.07
