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Moschee in Köln-EhrenfeldInformation, Meinung, Kritik zum geplanten Neubau Information, Meinung, Kritik zum geplanten Neubau
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Ehrenfeld bei Wikipedia - lesenswert! |
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Das PlanänderungsverfahrenStandpunkt: Moschee ja - aber kleinerReligionsfreiheit ist kein Argument
für MoscheebauGeplante Moschee ist keine Zentralmoschee für
alle Kölner MuslimeGeplante Moschee ist keine Zentralmoschee für alle Kölner MuslimeUser imodius: Änderung des Bebauungsplans verstößt gegen Bauplanungsrecht"Der Moscheestreit" als Buch
Kiepenheuer & Witsch, Februar 2008Stadt verlangt 149 Stellplätze (10.04.08)
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Moscheeneubau - Worum geht es?
Die bestehende Moschee
28.02.08 Die bestehende Ehrenfelder Moschee steht auf einem Grundstück der Ditib an der Venloer Straße direkt am Eingang zum Stadtteil Ehrenfeld. Außer der Moschee befinden sich noch ein Verwaltungsgebäude der Ditib und andere Nebengebäude auf dem Gelände. Das Grundstück ist ein ehemaliges Fabrikgrundstück, das seit 1984 von der Ditib genutzt wird.
Die Moschee ist eine Stadtteil-Moschee und wird von den türkischen Muslimen in Ehrenfeld genutzt, die durch die Ditib vertreten werden. Die bestehenden Moscheegebäude sind eingeschossig, das Verwaltungsgebäude der Ditib zweigeschossig.
Der geltende Bebauungsplan
Für das Moscheegrundstück besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan (Nr.65460/06). Das Moscheegrundstück liegt danach zur Zeit in einem Mischgebiet. Entlang der Inneren Kanalstraße und der Venloer Straße ist eine viergeschossige Straßenrandbebauung zulässig, der Rest des Grundstücks darf eingeschossig bebaut werden. Die Grundflächenzahl (GRZ) ist mit 0,4 festgesetzt. Die Grundflächenzahl gibt den Flächenanteil eines Grundstücks an, der überbaut werden darf.
Im Flächennutzungsplan ist der Bereich der Moschee als Besonderes Wohngebiet dargestellt.
Der Stadtplan lässt sich mit dem Cursor bewegen.
Eine anschauliche Beschreibung von Ehrenfeld gibt es bei Wikipedia.
Die geplante Zentralmoschee
Die Ditib plant den Abriss der bestehenden Gebäude und den Neubau einer wesentlich vergrößerten Moschee mit angegliedertem Verwaltungs-, Veranstaltungs- und Geschäftszentrum.
Die geplante Moschee hat eine 34,5 Meter hohe Kuppel in orientalischer Bauweise. Sie steht unmittelbar an der Grundstücksgrenze zur Inneren Kanalstraße/Venloer Straße. Zur Moschee gehören zwei Minarette mit einer Höhe von 55 Metern. Die übrigen Gebäude sind fünfstöckig. Die Anlage ist um einen offenen Hof gruppiert, der sich über eine Freitreppe zur Venloer Straße hin öffnet. Hier ein Link zu den Entwurfszeichnungen:
Architekturbüro Böhm - Überarbeiteter Entwurf
für die Zentralmoschee
Geplante Nutzung
Die Größe der Moschee und die geplante Nutzung haben sich seit Beginn der Planung immer wieder geändert. Bis August 2007 wurde die Planung stetig erweitert (siehe unten Box2). Im Januar 2008 stellte die Ditib eine neue Planung mit erheblich reduzierten Flächen vor; die äußere Form soll im wesentlichen unverändert bleiben.
Verkleinerung nur innen - das reicht nicht
22.01.08
Die Moschee soll Platz für 1200 Betende bieten. Sie ist als Ditib-Zentralmoschee zumindest für das linksrheinische Köln geplant.
Zum Moscheekomplex gehören weiterhin
- ein Veranstaltungsraum für 700 Personen
- Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen
- ein Jugend- und Frauenzentrum
- Sporteinrichtungen
- die Verwaltung der DITIB-Deutschlandzentrale
- Dienstwohnungen
Die Flächenaufteilung
Die Gesamtfläche wurde im August 2007 mit 20.000 Quadratmetern angegeben. Für den Gebetsraum waren 2150 Quadratmeter vorgesehen. Die aktuellen Werte, soweit bekannt, entnehmen Sie bitte Box2 (unten).
Aufteilung der Gebäudeflächen im August 2007:
| Gebetsraum | 2150 m² |
| Bürofläche | 1218 m² |
| Kulturzentrum | 925 m² |
| Vortragssaal | 2603 m² |
| Sport | 532 m² |
| Schul- und Seminarbereich | 1538 m² |
| Gewerbebereich | 2455 m² |
| davon Nutzfläche | 1258 m² |
| Sozialbereich | 1038 m² |
| Wohnungsbereich | 515 m² |
| Sonstiges | 2948,75 m² |
| Tiefgarage mit 137 Stellplätzen | 4370 m² |
Quelle: Infografik im Stern (stern.de)
Anmerkung: Diese Grafik zeigt verschiedene Ansichten der geplanten Moschee, die gut verdeutlichen, wie der Neubau im Stadtbild aussehen würde. Sie stellt die Moschee allerdings etwas suggestiv Großbauten wie dem Colonius, dem Kölnturm im Mediapark und dem Kölner Dom gegenüber. Der Kölner Dom und der Kölnturm stehen in Stadtteilen, die städtebaulich ganz anders geprägt sind als Ehrenfeld. Und ein Fernmeldeturm kann nicht Maßstab für die anliegende Bebauung sein. Der derzeitige Bebauungsplan sieht für das Moscheegrundstück eine viergeschossige Bebauung vor, und das sicher nicht ohne Grund.
Der Architektenwettbewerb
Für den Moscheebau hatte die Ditib Anfang 2006 einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den das Kölner Architekturbüro Paul Böhm gewann.
Hintergründe zum Wettbewerb zur DITIB-Zentralmoschee Tradition gewinnt - Die Entscheidung im Moschee-Wettbewerb
Das Preisgericht lobte unter anderem die hohe räumliche Qualität des Gebetsraumes, forderte aber auch eine Verkleinerung der damals noch 27 Meter hohen Kuppel:
"Die sehr einprägsame und symbolträchtig gezeichnete Kuppel erscheint in ihrem Auftritt zu mächtig und sollte durch eine Verkleinerung den Entwurf insgesamt etwas bescheidener machen."
Kuppel zu mächtig - Schramma will kleinere Moschee
Express 15.07.07
Vergrößerung der Planung
Der Wettbewerbsentwurf wurde zwischenzeitlich stark abgeändert. Dabei wurde die äußere Form allerdings vergrößert, statt - wie vom Preisgericht gefordert - verkleinert. Hier die Änderungen im Einzelnen:
| Aktuelle Planung | Planung zu Beginn | |||
| Höhe der Kuppel | 34,5 Meter | 27 Meter Link | ||
| Bauweise der Kuppel | Freistehende Kuppel in orientalischer Bauweise | Die Kuppel war in den Gebäudekomplex integriert, so dass nur der obere Teil von der Straße aus sichtbar war. | ||
| Geschosshöhe | Fünfgeschossig | Viergeschossig | ||
| Gebetsraum | für 2000 Personen 1200 Personen |
für 1250 Personen | ||
| Laden- geschäfte |
Basar mit circa 30 Geschäften Anzahl wurde reduziert |
keine Geschäfte | ||
| Minarette | Höhe 55 Meter, runde Form modernere Form (Schilfrohr) |
Höhe 55 Meter, eckig | ||
| Gesamt- fläche |
20.000 m² die Mehrfläche beruht etwa zur Hälfte auf der Vergrößerung der Tiefgarage Gesamtfläche wurde etwa um ein Viertel verkleinert; insbesondere fällt ein Teil der Tiefgarage weg. |
16.000 m² |
Das Planänderungsverfahren
Der geplante Neubau überschreitet die Vorgaben des bestehenden Bebauungsplans. Deshalb läuft zur Zeit ein Planänderungsverfahren. Im Rahmen dieses Verfahrens hat die Stadtverwaltung den Entwurf für einen geänderten Bebauungsplan erstellt. Der neue Bebauungsplan entspricht den Vorstellungen der Ditib. Er konnte vom 18. Oktober bis zum 19. November im Stadthaus Deutz eingesehen werden. In diesem Zeitraum konnte jeder Interessierte eine Stellungnahme zum Entwurf abgeben. Zu den Einzelheiten des geänderten Bebauungsplans und zum weiteren Verfahren:
Wer entscheidet über den Moscheebau?
Das Planänderungsverfahren
Mehrheit der KölnerInnen für kleinere Moschee
In der Bevölkerung gibt es erheblichen Widerstand gegen die Größe der geplanten Moschee. Dies hat sich unter anderem in einer Umfrage gezeigt, die der Kölner Stadtanzeiger in Auftrag gegeben hat:
"Eine klare Mehrheit der Kölner lehnt den Moschee-Neubau in Ehrenfeld in der geplanten Größe ab.
...
Zwar sind knapp 70 Prozent der Befragten generell dafür, dass Muslime in Deutschland zur Ausübung ihres Gottesdienstes Moscheen errichten dürfen. Dagegen schwindet der Anteil der uneingeschränkten Befürworter des Bauvorhabens an der Venloer Straße um die Hälfte auf nur noch 35,6 Prozent. 31,4 Prozent lehnen den Neubau rundheraus ab. Weitere 27 Prozent wären mit der Moschee einverstanden, wenden sich aber gegen die Größe des Entwurfs mit seiner 35 Meter hohen Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten."
Kölner gegen Moschee in geplanter Größe
Kölner Stadtanzeiger vom 04.07.07
Verhandlungen mit der Ditib
Parallel zum Planänderungsverfahren werden deshalb Verhandlungen mit der Ditib geführt. Ziel ist, dass die Ditib die Größe des Projekts reduziert und somit mehr Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht.
Erstellt am 28.05.07, geändert am 28.02.08
